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Geschichte von Gersau



Link zu dem historischen Buch " Kurzgefasste Geschichte des Freystaates Gersau"
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Auszug aus Kohl, Alpenreisen

Ich besuchte zuerst auf dem nördlichen Ufer die kleine Republik Gersau, die jetzt zum Canione Schwyz gehört. Drei, schwierige Fußsteige und dann die Boote des Sees verbinden sie mit der übrigen Welt. Die ganze Republik steckt in einer kleinen Bergschlucht zwischen zwei Bergen, die der „Urmistock" und die „Hochfluh" heißen. Es wohnen etwas über 1000 Menschen darin. Sehr lang und wahrlich nicht uninteressant ist die Geschichte der Kriege, welche Iahrhunderte hindurch diese Hand voll Leute für die Erhaltung ihrer Republik kämpften. Endlich hat die neuere Zeit ihnen sie gelehrt, sich in das Schicksal zu sinden, daß sie nun dem Cantone Schwyz, der gegen diese Duodez Republik ein Riefe ist, angehören müssen. Es soll aber auch jetzt noch eine Partei alter Unzufriedener geben, die noch immer für die Souverametät des Senates und Volkes von Gersau schwärmen. Neben dem eigentlichen Hauptorte Gersau, einen Büchsenschuss davon liegen noch einige Weiler und Wohnungen. Die Bewohner derselben sollen zu allen Zeiten Streit und Partei gemacht haben mit den Bewohnern des Marktes selbst und mit diesen immer anderer Meinung gewesen sein. Sie haben oft Konspirationen und Revolutionsstürme in diesem Glase Wasser angezettelt. Unendliche Theilbarkeit scheint die Haupteigenschaft der alten Schweizerzustände gewesen zu sein. Wie in Griechenland auf jedem Eilande ein kleiner Inselherzog sich zum Souverain aufwarf, so blühte hier in jeder Verghohlung eine eigene kleine Republik empor.


Weiterer Auszug aus einem historischen Dokument über Gersau:

Jn der Gegend'von Beckenried befanden wir uns dem Canale gegenüber, den der See zwischen den beiden sogenannten Nasen bildet; so nennt man nehmlich die beiden Vorgebirge, von welchem das eine, die obere Nase, von einem Theile des Rigiberges, dem Fitznau erStock in den See hinauslauft; das andere aber, die schon oben erwähnte untere Nase, zum Bürgenberge gehört. — Hier zeigte sich nun auch immer deutlicher am Fusse des Rigiberges der Flecken Gersau, der Hauptort der ehemaligen Republik Gersau, nächst der Republik St. Marino in Jtalien, der kleinsten in Europa. Das ganze Gebiet dieses MiniaturFreystaats erstreckte sich etwa eine Stunde weit in der Breite längs dem Rigiberge und zwei Stunden an diesem Berge hinauf. Durch die Helvetische Revolution hat Gersau seine Selbstständigkeit verloren und gehört seitdem zum Gebiet des Kantons Schwyz. Der Flecken nimmt sich vom See her recht stattlich und hübsch aus und hat viele schöne, neuerbaute Häuser, welche den Wohlstand ihrer Bewohner ankündigen. Ausser der Viehzucht und Obstkultur beschäftigen sich diese mit dem Spinnen, Zwirnen und Haspeln der Italienischen Seide für verschiedene Schweizerische Manufakturen , durch welches Gewerbe einige Kaufleute in Gersau sich ansehnliches Vermögen erworben haben. Ueberhaupt haben die Gersauer von jeher den Ruf eines fleissigen, biedern und sehr gesitteten Völkchens gehabt; grobe Vergehen gegen die allgemeine Sicherheit und gute Ordnung waren bei ihnen immer selten, und manche ganz unbekannt. Ein berühmter Reisebeschreiber fand einst in dem Wirthshause zu Gersau einen Anschlag des Landraths/ worin es jedermann, ohne Ausnahme, bei Strafe verboten wurde, zweien, mit Nahmen genannten Einwohnern Wein zu trinken zu geben, oder mit ihnen zu spielen, weil der eine sich gern betrinke, der andere aber ein Zänker sei.


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