Hans Zbinden und Gersau
Hans Zbinden

WERDEGANG:
Kunstgewerbeschule in Bern und Zürich
Schüler von Ernst Leroy, Simon Furrer, Hans Schwarzenbach und Walter Oberli.
Praktikum im Malsaal des Stadttheaters in Bern.
Freischaffend seit 1981 in Bern
Spezialisiert sich 1982 auf authentische Clownmalerei.
Umzug in den Kanton Zug 1982
Arbeitet seit 1998 in Gersau
Eröffnung des Paradiso dell`Arte beim Hotel Rotschuo in Gersau.
2002 Atelierumzug ins Dorf. Organisiert die erste Skulpturenausstellung in Gersau.
Neues Atelier und heutiges Domizil von activeART
Trennt sich 2003 von der Clownmalerei.
Gründungsmitglied des Kulturvereins gersauART im Herbst 2003
Widmet sich nun der abstrakten Oel-Malerei und wird Kurator der Ausstellungen
KUNST IM KURPARK Gersau
Verstorben Sommer 2005
Neue Schwyzer Zeitung vom 23. August 2005
Gersau
Zbinden hatte noch tausend Visionen
Kunstmaler Hausi Zbinden ist tot. Er starb in seinem Atelier. Während sieben Jahren hat er viel zur Belebung von Gersau beigetragen.
Der Kunstmaler Hausi (Hans) Zbinden ist im Alter von 58 Jahren verstorben. Er erlag am Samstagnachmittag während der Arbeit in seinem Atelier an der Dorfstrasse in Gersau überraschenderweise einem Herzversagen.
Idylle geschaffen
Vor sieben Jahren kam der gebürtige Berneroberländer nach Gersau.
Getrieben von Kreativität und Visionen, machte er sich mit viel Enthusiasmus an die Verwirklichung seines Traumes. Zusammen mit dem Gersauer Albert Müller restaurierte er das verlotterte Wohn- und das Bootshaus auf dem Grundstück des Hotels Rotschuo direkt am See. Damit schuf er einen idyllischen Begegnungsort für Kunst, das Paradiso dell'Arte. Mit Charme und Liebe zum Detail machte er aus dem Platz einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. Zbinden widmete sich damals noch vorwiegend seinen Porträtbildern von Clowns. Ob Gaston, Pippo oder Little Ferry, er pflegte zu allen eine persönliche Beziehung.
Schätze ins Rampenlicht gerückt
Anfangs 2002 suchte er eine neue Herausforderung und richtete sich an der Dorfstrasse ein Atelier ein. Durch seine Initiative wurde die Kunst- und Kulturgruppe «Gersauer Art» gegründet. Diese machte sich zum Ziel, dem Dorf zu neuem Aufschwung zu verhelfen. Unter Zbindens Führung erstrahlte die Minigolfanlage in frischem Glanz, der Kindliweg wurde zum Kunstweg und einige verborgenen Schätze Gersaus wurden ins Rampenlicht gerückt. Auf seine Einladung hin, liessen sich bald verschiedene Gastkünstler bei ihrer Arbeit an der Seepromenade über die Schultern schauen.
Mehr Tagestouristen
Mitte 2002 wurde die erste grosse Skulpturenausstellung unter dem Namen Republica eröffnet. 104 Skulpturen von über 40 namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus dem Inn- und Ausland wurden im ganzen Dorf präsentiert. Sie vermochten bedeutend mehr Tagestouristen nach Gersau zu locken. Kurator und Initiant dieser Ausstellung war wiederum Hausi Zbinden.
Sehnsucht nach dem Süden
Der Kunstschaffende war um Ideen nie verlegen. So folgten Dauerausstellungen zu den Themen Rieseninsekten und später Eulen, welche immer noch im Kurpark zu sehen ist. Zbinden malte in der Zwischenzeit keine Clowns mehr. Ein Aufenthalt auf Lanzarote inspirierte ihn zu abstrakter Landschaftsmalerei. Er entwickelte eine eigene Technik und brachte mit Ölfarben seine Sehnsucht nach dem Süden zum Ausdruck. Nebst Lanzarote bevorzugte er die Toscana oder Sri Lanka. Sein neuer Stil fand grossen Anklang und gar Anfragen aus dem Ausland deuteten darauf hin, dass Hausi Zbindens Fleiss, sein Idealismus und seine ausgeprägte Schöpfungskraft bald Früchte tragen werden.
DANIELA BELLANDI
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